Gastbeitrag von Winfried Möller
Mein Draht zu Gott ist eine Verbindung, die trägt. Schritte, Schweigen, Lieder, Seufzer sind Signale auf dem Draht. Frauen aus dem Pastoralverbund Hessisches Kegelspiel zu den Heiligen 14 Nothelfern haben sich zum 46. Mal auf den Weg gemacht.
Mit Blumen, Kräutern und Ähren geschmückten Kreuzen zogen sie aus ihren Ortschaften sternförmig zum Gehilfersberg.
Auf ihrem Weg beten und sangen sie an drei Stationen aus dem eigens für die Wallfahrt konzipierten Heft, das Marianne Hecker, Christa Kalb, Birgit Ludwig-Griesch, Ute Waider und Susanne Witzel erarbeitet hatten.
Ziel war die Verbindung zu Gott neu zu beleben. Im Alltag sei der Draht zu Gott oft durch Termine, Sorgen und die Geschäftigkeit des Umfeldes gestört. Es bedürfe einer Antenne, um ihn neu zu spüren. Die Stille auf dem Weg soll das Hinhören fördern, was Gott einem sagen will.
Der anschließenden Eucharistiefeier stand Pfarrer Ulrich Piesche vor. In seiner Predigt betonte er, dass Gott keine langen Gebete brauche. Manchmal genüge ein „Danke, Hilf mr, Bleib bei mir“ oder Stille.
Jede Teilnehmerin trage etwas mit sich eine Hoffnung, eine Enttäuschung, einen Menschen, um den sie sich sorgt, eine Krankheit, eine Trauer , oder einfach die Sehnsucht, Gott wieder einmal ganz nahe zu sein.
Das Herz brauche eine Verbindung, einen Draht der trage und Hoffnung schenke in schweren Zeiten, wenn die Kraft verloren gegangen sei.
Viele Frauen hätten ein Leben lang diesen Draht zu Gott gepflegt, im Gebet als die Kinder klein waren, geweint ohne, dass es jemand bemerkt habe, ihr Herz geöffnet ohne viele Worte.
Eine Wallfahrt wie die Frauenwallfahrt gehe man zwar mit den Füßen, aber eigentlich mache sich Gott mit auf den Weg. Damit stellte Pfarrer Ulrich Piesche einen Bezug zum Matthäus-Evangelium her in dem es heißt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“
In der Verbundenheit mit Gott könne sein Lichtstrahl die Dunkelheit hell machen, neue Kraft geben, den Menschen verändern und einen neuen Anfang setzen. Freundschaft brauche Begegnung und müsse gepflegt werden.
Eine Form sei die Gemeinschaft als Wallfahrende. Als Vergleich nahm er das Bild eines Spinnennetzes, das aus unzähligen Fäden besteht. Reißt ein Faden, halten die anderen Fäden aber das Netz zusammen.
Der stärkste Faden sei Gott selbst. Er halte auch wenn der Halt verloren scheine. Den Frauen wünsche Pfarrer Ulrich Piesche, dass sie einen guten Draht zu Gott entwickeln können, der Glaube ihnen Kraft schenke, Frieden gebe und sie Menschen fänden, die Glaube mit ihnen teilten.
So gingen sie ihren Weg nicht allein, Gott gehe mit und das gebe Zuversicht auf dem Weg heute morgen und alle Tage des Lebens.
Nach der Eucharistiefeier trafen sich die Wallfahrerinnen im Bürgerhaus Rasdorf. Bei Kaffee, Kuchen und Getränken, die das Familiengottesdienstteam Rasdorf vorbereitet und den Raum mit Blumen geschmückt hatten, bot sich die Möglichkeit in vielfältiger Weise auszutauschen.
Bei der Kollekte waren 300 Euro zusammengekommen, die dem Ökumenischen Hospizverein Hünfeld gespendet werden.





































